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1979 – heute  

1. Mai 1979; ein „Tag der Arbeit“ wie jedes Jahr; Maibock bei Schragen Hans, mit Buchenlaub geschmückte Fahrräder oder Bollerwagen mit Ausflüglern; Marschmusik von der Heimatkapelle, um auch dem letzten verschlafenen Feiergast den Beginn des Monats anzukündigen,...

Man könnte diese Aufzählung von Selbstverständlichkeiten lange fortsetzten.

Etwas aber hatte dieser 1. Mai 1979 Besonderes. Im alten Saal des damals noch nicht umgebauten Canisiusheimes (ungefähr da, wo sich jetzt das Büro des Gemeindereferenten befindet) betrieb die Heimatkapelle Wellingholzhausen Nachwuchswerbung; das Ergebnis feierte 1999 seinen 20. Geburtstag.

Dieser so normal erscheinende 1. Mai 1979 war die Geburtsstunde der heutigen Jugendkapelle. Es war Kurt Bitter, der die sicherlich bereits lange erkannte Notwendigkeit einer guten Nachwuchsarbeit in die Tat umsetzte. Jugendliche allen Alters waren an diesem Tag eingeladen, um ein Instrument ausprobieren zu können. Die damaligen Mitglieder der Heimatkapelle gaben Tipps und Kniffe, um den Instrumenten zumindest erste Töne zu entlocken.

Begeisterung sollte bei den Jugendlichen geweckt werden. Bereits damals war den Mitgliedern der Heimatkapelle bewusst, wie schwer es war, Nachwuchs zu gewinnen. Allein auf ausgebildete Musiker aus anderen Bereichen zu vertrauen, war auf Dauer nicht genug. Für eine Integration von 13/14jährigen in die Heimatkapelle war der Altersunterschied zu groß. Gleichzeitig war das Niveau der Kapelle in den Jahren gewachsen, so dass eine entsprechende Ausbildung Voraussetzung für ein Mitspielen war.

Was lag da näher, als bei vielen gleichaltrigen Begeisterung zu wecken, um einen eigenen Klangkörper zu bilden

Groß war dass Interesse damals. Innerhalb von wenigen Tagen hatten sich so viele Interessenten gemeldet, dass mit Proben begonnen werden konnte. Anders als bei der Gründung der Heimatkapelle sollten den jungen Musikern aber vor einer gemeinsamen Probe musikalische Grundkenntnisse beigebracht werden.

In Kleingruppen, die allesamt von Kurt Bitter geleitet wurden, erlernten die Jugendlichen ihr Instrument. Schwierigkeiten bestanden insbesondere darin, den zum Teil sehr unterschiedlichen Wissenstand auf einen Nenner zu bringen. Die ersten Notenblätter sahen noch aus wie mathematische Formeln, da mangels Notenkenntnis einfach die Griffe unter die Noten geschrieben wurden:

Auszug einer Trompetenstimme aus der ersten Zeile des Heimatliedes:

0,1,1,1,1/2,1,0,1,0,1/2,1/2,0,1,0,1.

Nach und nach entwickelten sich die einzelnen Klangkörper so weit, dass an gemeinsame Proben gedacht werden konnte. Kirchenlieder, Volkslieder und einfache Märsche beinhaltete das Repertoire dieser „Urjugendkapelle“, allesamt arrangiert und zum Teil auch selber komponiert von Kurt Bitter.

„Gruß vom Beutlingsberg“ war einer der Hits von damals. Parallel zum Gruppenunterricht durch Kurt Bitter kümmerten sich einzelne Musiker der Heimatkapelle um ihre jeweilige Instrumentengruppe, um die Proben zu intensivieren. Ob der erste Auftritt dieser Jugendkapelle noch in 1979 oder erst in 1980 stattfand, ist nicht mehr bekannt.

Bereits 1980 wurde in der Jugendkapelle ein eigener Vorstand gewählt. Petra Gilling wurde auf der ersten Generalversammlung im kleinen Saal, des mittlerweile geschlossenen Thekenbereichs, im Hotel Heilmann mehrheitlich zur ersten Geschäftsführerin gewählt.

 In Zusammenarbeit mit Kurt Bitter nahm sie Kurt Bitter viel Verwaltungs- und auch Organisationsarbeit ab. Eine solche Trennung zwischen Dirigent und Vorstand hat sich in den ganzen Jahren als vorteilhaft erweisen. Die Organisation und Planung von Auftritten, Feiern und Fahrten, die Verwaltung der Finanzen u. v. m. wurden von den Jugendlichen in eigener Regie gemeistert Die Jugendlichen lernten damals früh, Verantwortung zu übernehmen. Auch die Eltern wurden in diese Arbeit eingebunden; der Begriff „Kapellenmutter““ resultiert aus dieser Zeit.

Auftritte bei Schützenfesten, bei überregionalen Veranstaltungen sowie anlässlich kirchlicher Feste prägen bis heute das Erscheinungsbild der Jugendkapelle. Insbesondere bei vielen örtlichen Veranstaltungen ist die Jugendkapelle mittlerweile nicht mehr wegzudenken.

Ein weiterer Höhepunkt ist sicherlich der seit Anfang der 80er Jahre regelmäßig durchgeführte Ausflug zur Nordseeinsel Borkum, wo am Sonntag nach Fronleichnam die dortige Prozession begleitet wird.

 

Die Bekanntschaft des borkumer Pastors Brockschmidt, der als junger Kaplan in Wellingholzhausen tätig war, mit Kurt Bitter war Auslöser dieser Fahrt. Erzählen könnte man vieles von diesen Ausflügen. Kaffeenachmittag in Brockschmidts Garten mit anschließender Erkundung der „Borkumschen Sümpfe“. In einem Jahr war der Teilnehmerandrang so groß, dass ein alter Ziehharmonika-Bus der Firma Schrage herhalten musste. Der Drehteller wurde auf der Rückfahrt zur Tanzfläche umfunktioniert; geendet hat diese Fahrt in einer Marschprobe auf einem Autobahnparkplatz zwischen Emden und Osnabrück.

 Das Wecken am 1. Mai ist eine der Traditionen, die aus den Anfängen der Jugendkapelle herrührt. Punkt 6.00 Uhr morgens trifft man sich seit Jahren, um mit Trecker und Anhänger durch das Dorf zu ziehen und musikalisch den Beginn des Mai (und gleichzeitig den Geburtstag der Jugendkapelle) anzukündigen.  

 

Bei der Jugendkapelle widmeten sich dann einige Musiker anderen Hobbys und konnten den Zeitaufwand der Jugendkapelle bald nicht mehr bewältigen. Dies führte jedoch nicht zur Auflösung; viel zu groß war die Begeisterung der Mädchen und Jungen an diesem Hobby. Dieser Funke sprang auf viele Gleichaltrige über, so dass im Laufe der Zeit immer mehr Jugendliche Gefallen an dieser Freizeitbeschäftigung fanden und nach kurzer Zeit bereits an die Gründung einer zweiten Jugendkapelle, der Minikapelle, ebenfalls unter Leitung von Kurt Bitter, gedacht wurde.

1981 wirkte die Jugendkapelle erstmals beim Frühlingskonzert der Heimatkapelle mit. Neben einem eigenen Programmteil wurde am Schluss gemeinsam mit den „Großen“ der Petersburger Marsch intoniert; das Publikum war begeistert. In diesem Jahr wurden auch die ersten Jugendlichen in die Heimatkapelle übernommen.

1982 übernahm Ewald Bitter die Leitung der Jugendkapelle; er verstand es , die jungen Leute zu wahren Höchstleistungen zu animieren.

Stücke wie „New Baroque Suite“ oder „Glenn Miller Story“, die der „großen Kapelle“ einiges abverlangten, wurden in das Programm der Jugendkapelle aufgenommen.

Ewald Bitter hat es verstanden, die Chance zu nutzen und eine neue, leistungsfähige Kapelle zu formieren. Nicht zuletzt die weiterhin von Kurt Bitter geleitete Minikapelle, die einige Jahr aufgrund des großen Andranges durch eine Mini-Mini-Kapelle ergänzt wurde , stellte sicher, dass Nachwuchs vorhanden war.

Der Musikschule Melle kommt große Bedeutung bei der Nachwuchsgewinnung, aber auch bei der Qualität des Nachwuchses zu. War es anfangs Kurt Bitter, der Unterricht auf allen Instrumenten erteilte, so übernahmen diese Aufgabe nach und nach Lehrer der Musikschule, die Fachleute auf den jeweiligen Instrumenten waren.

Einen Wechsel in der musikalischen Leitung gab es 1990. Martin Bitter übernahm zuerst die Leitung der Minikapelle von seinem Vater Kurt und einige Zeit später auch die der Jugendkapelle von seinem Bruder Ewald. Aus persönlichen Gründen stellte das Amt dann nach 11 Jahren, zu Beginn des Jahres 2002; zu Verfügung.

 

Heute wird die Jugendkapelle von dem Borgloher Dirigenten Andreas Lux in einen neuen Abschnitt in der Geschichte geführt. Er ist der erste Dirigent, der nach 22 Jahren Leitung durch die Familie Bitter, nicht diesem Clan angehört...

Dirigenten:

Kurt Bitter 1979- 1982

Ewald Bitter 1982 – 1990

Martin Bitter 1990 - 2001

Andreas Lux seit 2002

Geschäftsführer:

Petra Gilling, Hans-Jörg Haferkamp, Uwe Gaukelsbrink, Claudia Pabst, Sven Gössling, Jens Unnerstall, Guido Gimmel, Marlene Knigge, Annika Niederwestberg, Dennis Diekmann/Tobias Hupe, Marius Brockmeyer/Cathrin Hölscher,
David Böhne/Marcel Schrage
Marcel Schrage/Philipp van Verth, Manuela Vogelpohl/Moritz Diekmeyer, Lukas Lamping/Arne Lumme, Jona Stieve/Anna Brinkmann, Tim Hackmann/Leon Hölscher

Aktuell: Elias Stieve-Dawe/Lennart Grote

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